Santower See

Der Santower See wurde 1993 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Der NABU Kreisverband war Antragsteller. Schon vorher bestanden im NSG Flächennaturdenkmale. Seit 1985 wird der Santower See durch Mitglieder des NABU-Kreisverbandes, seit 1989 maßgeblich durch Martin Bauer betreut. Der Santower See wurde als GgB „Santower See“ (DE 2133-301) unter europäischen
 Schutz gestellt. 

Der See macht fast die Hälfte der Fläche des Naturschutzgebiets aus. Er hat keinen natürlichen Zufluss, daher nimmt man an, dass er aus unterseeischen Quellen gespeist wird. Der geschützte Bereich darf von Besuchern nur auf den ausgeschilderten Wegen betreten werden. Große Teile der Seeniederung sind aber vom Wanderweg einsehbar, der teilweise entlang des Schutzgebietes verläuft. 
Durch die jahrzehntelange Nutzung als Weide ist ein großer Teil der Landflächen sehr nährstoffarm. In den nährstoffarmen Offenbereichen  haben sich unter anderem Golddistel und Wiesen-Schlüsselblume angesiedelt. Um diese Kulturlandschaft zu erhalten, wird das Offenland von Schafen beweidet. Auf den bis zu 200 Meter breiten Seeterrassen gibt es Kleinseggenriede und Feuchtwiesen mit Schmalblättrigem Wollgras, Fieberklee, Sumpfsitter und Steifblättrigem Knabenkraut. Auch der seltene Sumpf-Enzian hat sich dort etabliert. Diese Feuchtwiesen sind also seit über 300 Jahren nicht umgebrochen oder angesät worden. Damit zählen sie zu den ältesten Dauergrünlandflächen in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland. Seit ihrer Entstehung wurden diese Flächen als Gemeindeweide genutzt, in den 1970er Jahren aufgegeben und seit 1989 wieder durch den NABU in Nutzung genommen. Entsprechend sind diese Wiesen und Weiden in ihrer Artenausstattung einmalig. Sieben Orchideenarten sowie etwa 60 gefährdete Pflanzenarten wachsen hier. Bemerkenswert sind auch die „fleischfressenden“ Pflanzenarten Fettkraut, Gemeiner Wasserschlauch und Kleiner Wasserschlauch. 

Projekte um den Santower See
Der Santower See ist eines der Schwerpunktgebiete des NABU Kreisverbandes in Nordwestmecklenburg. Das NSG „Santower See“ wird seit seiner Unterschutzstellung durch den NABU-Kreisverband betreut. Dazu gehören auch die Durchführung der Pflegemaßnahmen und Absicherung die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. Zur Erhaltung des einzigartigen Artenspektrums ist die extensive standortangepasste landwirtschaftliche Nutzung der Flächen erforderlich. Die verträgliche zur Entwicklung der einzigartigen Vegetation notwendige Nutzung wird in enger Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben vorbildlich durchgeführt. Regelmäßig finden Pflegeinsätze bei der Wiesenmahd oder in der Gehölzpflege statt.