Der Santower See ist in einem bedrohlichen ökologischen Zustand. In den Jahren 1983/1984 wurde im Südwesten, Westen und Nordwesten ein tief eingeschnittener Ringraben um den See gebaut, um
Schadstoffe aus der geplanten Abwasserverregnung südlich Santow vom See fernzuhalten. Der Ringgraben wurde im Orden und Süden tief in den Mineralboden eingeschnitten und teilweise aufgrund seiner
Tiefe mit einer Bewirtschaftungsberme versehen. Nach dem Bau des Ringgrabens verkleinerte sich der Einzugsbereich des Oberflächenwassers und des Schichtenwassers um etwa 40 %.
Zustand des Santower Sees vor 1984
Der Santower See hatte seit der Absenkung des Sees keine oberirdischen Zuflüsse in Form von Gräben, die in den See flossen.
Das zufließende Oberflächen- und Schichtenwasser wurde in Flachgräben in die Feuchtwiesen des Santower Sees geleitet. Diese Flachgräben hatten nur einen Notüberlauf zum See. Der intakte
Torfkörper war in der Lage das Wasser zu speichern und nach der Passage des Torfkörpers in den See zu gelangen. Im Torfkörper wurden alle Nährstoffe aufgefangen, so dass sich der See als
mesotropher Klarwassersee mit einer reichen Vegetation aus submersen Makrophyten präsentierte.
Bau des Ringgrabens 1984/1985
In den Jahren 1984/85 wurde das Entwässerungssystem westlich des Santower Sees gravierend umgestaltet. Anlass war die Verregnung von Abwasser der Stadt Grevesmühlen, wofür die vorhandenen
Vorfluter 22/6 und 22 nicht ausreichend dimensioniert waren. Weiterhin boten diese Gräben nicht ausreichend Vorflut für geplante Dränanlagen auf Acker- und Grünlandflächen westlich des Santower
Sees.
Durch den tiefen Ausbau des Grabens 22/6 wurden die Torfböden z. T. stark entwässert, so dass negative Veränderungen des Oberbodens die Folge sind. Untersuchungen zum Zustand der Moorböden liegen
zwar nicht vor, es kann jedoch angenommen werden, dass insbesondere im Nahbereich der Gräben eine Degradierung (Vermullung) des Bodens eingetreten ist. Bei mäßiger Entwässerung ist von einer
Vererdung der Moorböden auszugehen. Zur Verregnung von Abwasser kam es nie. Der Vorfluter wurde neu gebaut.
Vorgesehen Maßnahmen zur Sicherung des Wasserhaushaltes des Santower Sees - ersatzloser Rückbau des Ringgrabens
Es handelt sich um ein fachübergreifendes Projekt in dem Moorschutz und Sicherung der FFH-Lebensraumtypen, Seenschutz und Wasserrahmenrichtlinie ineinander greifen. Ich hoffe, dass wir das
Projekt zügig fortsetzen können.
Grundsätzlich soll der Zustand wiederhergestellt werden, der vor dem Bau des Ringgraben bestand. Der Graben 22/6 soll von der Quelle kommend in den Bruchwald bei Santow geleitet werden. Zum See
ist ein Notüberlauf herzustellen.
Der Graben 22/6 soll als flacher Randgraben am Rand des Torfkörpers im alten Verlauf gestaltet werden. Der Ringgraben ist komplett zu verfüllen. Das Material lagert noch in der Nähe der Trasse.
Die im mineralischen Körper verlaufenden Ringgraben ist mit dem Aushub zu verfüllen und das ursprüngliche Relief ist wiederherzustellen. Der Auslauf des Schleusgrabens bei Warnow ist wieder höher
zu legen und mit einer Sohlschwelle zu versehen.
Vollständiger Rückbau der Gräben im Mineralboden (rot). Vollständiger Rückbau der Gräben im Torfboden (gelb). Wiederherstellung des Flachgrabensystems (grün). Auf den grünen Flächen erfolgt eine revitalisierung des Torfkörpers.