Der Tressower See und die Feuchtwiesen sind Bestandteil des FFH-Gebietes Jameler Wald, Tressower See und Moorsee (DE 2133-302). Dieser einzigartige Bereich umfasst kalkreiche Niedermoore und Sauer-Zwischenmoore. Das Gebiet ist Lebensraum von Kammmolch und Rotbauchunke. Auf Betreiben des Kreisverbandes des NABU ist dieses Gebiet als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiet) ausgewiesen worden und wird durch unsere Mitglieder betreut.
Der Tressower See erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung südlich der Hauptendmoräne des Pommerschen Stadiums der Weichselvereisung. Der See wurde am Ende der letzten Vereisung vor etwa 15.000 Jahren durch das nach Süden abfließende Schmelzwasser eines Gletschers ausgeformt. Er hat eine Seespiegelhöhe von 39,6 m über NN und ist an der tiefsten Stelle 20 Meter tief. Aufgrund der überwiegend steil abfallenden Ufer, ist nur ein schmaler Röhrichtsaum ausgebildet. Die Böschungskanten sind fast ausnahmslos bewaldet. Durch die stark eingetiefte Lage des Sees in den Endmöranenkuppen tritt insbesondere am Hangfuß Schichtenquellwasser aus. An diesen Quellaustritten wachsen Erlen-Quellwälder auf. Der See hat östlich Meierstorf und südlich des Sternkrugs flache Ufer. Anstelle der Wiese bei Meierstorf und Tressow befand sich eine flache Seebucht. In dieser Seebucht haben sich über dem Seekalk, einem Sediment, das sich am Grunde des Sees aus Schneckengehäusen und ähnlichen bildet, nach einer Absenkung des Seespiegels, geringmächtige Torfe abgelagert. Nach der Verlandung wurden die Flächen als Mähwiesen genutzt. Diese Fläche wurde durch den Landschaftspflegeverband Nordwestmecklenburg e.V. im Wasserstand optimiert, indem der vorhandene tiefe Randgraben zurückgebaut wurden.
Die Moorfläche am Sternkrug ist nicht in erster Linie durch Verlandung entstanden. Hier tritt Quellwasser am Fuße der Moränen aus. Es bilden sich auf der zum See hin leicht geneigten Fläche Quelltorfe. Ebenfalls durch Quellwasser ist die Zieldieckswisch gespeist. Hier tritt so viel Wasser aus, das es durch einen Graben in den See abgeführt werden muss. Im letzten Jahrhundert wurde hier Torf kleinflächig zu Brennzwecken abgebaut. Seit mehreren Jahren versuchen wir die verschiedenen Teilflächen zu entwickeln und einer Nutzung zuzuführen, um den einzigartigen Artbestand zu erhalten.
Zieldieckswisch
Die Zieldieckswisch ist durch das austretende Quellwasser kalkbeeinflußtes „Kalkreiches Niedermoor“ (LRT 7230). Es ist von Grünländern umgeben. Als Reste der früheren Torfnutzung sind im Zentrum noch kleinere offene Wasserflächen sichtbar. Die Fläche wird jährlich beauftragt durch das StALU Westmecklenburg gemäht. Aus dem artenarmen Schilf-Landröhricht hat sich seit der Wiederaufnahme der Nutzung ein artenreiches Kleineggenried entwickelt. Die seltenen und gefährdeten meist konkurenzschwachen und lichtbedürftigen Arten haben somit wieder die Möglichkeiten zur Keimung und Entwicklung. Durch eine Mahd und anschließende Beräumung des Mähgutes wird der ökologische Zustand der Fläche erhalten. Die Zieldieckswisch weist eine große Anzahl geschützter und gefährdeter Pflanzenarten auf. Hier kommen unter anderem Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Gemeine Natternzunge (Ophioglossum vulgatum), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Stumpfblütiges Binse (Juncus subnodulosus) und Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris) vor. Es werden seit 1995 Maßnahmen zur Entwicklung der Fläche durchgeführt. Heute ist die Fläche in einem guten Zustand und die Arten der Niedermoore breiten sich aus.
Sternkrugwiese
Die sogenannte „Sternkrugwiese“ befindet sich südlich der B 105 unterhalb der ehemaligen Gaststätte Sternkrug. Die Wiese ist im seenahen Teil ebenfalls eine Quellwiese und fällt nach Süden ab. Sie weist ein reiches Mosaik aus verschiedenen Riedern und Feuchtwiesenelementen auf. Durch ihr vielfältiges Mosaik an verschiedenen Vegetationsformen ist diese Fläche eine der artenreichsten am Tressower Sees. Hier kommen unter anderem Teufelsabbiß (Succisa pratensis), Sumpfdreizack (Triglochin palustre), Zittergras (Briza media), Sumpf-Pippau (Crepis paludosa) und Rasen-Segge (Carex cespitosa) vor. Das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) blüht hier in bemerkenswert großen Beständen mit mehreren hundert Exemplaren. Diese Fläche wird derzeit extensiv genutzt. Langfristig kann die Fläche am Sternkrug nach der Wiederherstellung des ursprünglichen Artenspektrums nur durch extensive umweltverträgliche Landnutzung erhalten werden.
Meierstorfer Wiese
Die Meierstorfer Wiese liegt am Westrand des Tressower Sees. Anstelle der Wiesen bei Meierstorf und Tressow befand sich vor Absenkung des Sees eine flache Seebucht. In dieser Seebucht haben sich über dem Seekalk bzw. Wiesenkalk, einem Sediment, das sich am Grunde des Sees aus Schneckengehäusen und am Rand des Durchströmungsmoores ausgefällten Kalk bildete. Nach einer Absenkung des Seespiegels durch Anschluss an den Meierstorfer Graben vor etwa 300 Jahren haben sich Torfe abgelagert. Dieser Kalkeinfluss war entscheidend für die Ausbildung des Artenspektrums der Wiese. Nach der Verlandung wurden die Flächen als Mähwiesen bzw. Hutung genutzt. Die Meierstorfer Wiese wurde in den 1970er Jahren durch den Bau eines tiefen Entwässerungsgrabens zwischen See und Moorfläche entscheidend nachhaltig beeinträchtigt, während die Tressower Wiese nicht entwässert wurde. Durch diesen Graben wurde nicht nur die Fließrichtung des Schichtenwassers umgekehrt, sondern auch das wenige Wasser in den Meierstorfer Graben abgeleitet. Dieser überdimensionierte Graben zerschnitt auch den Burgwall „Bülowhorst“ der inmitten der Moorniederung liegt. Durch die Sackung des Torfkörpers verursacht durch die Entwässerung entstand ein bewegtes Relief. In den Senken haben sich noch die Tier- und Pflanzenarten der FFH-Lebensraumtypen „Kalkreichen Niedermoore“ (LRT 7230) und „Pfeifengraswiesen“ (LRT 6410) fragmentarisch erhalten können, während auf den Kuppen nur noch Grünlandgesellschaften vorherrschten. Es handelt sich bei den FFH-Lebensraumtypen (FFH-LRT) um Biotope für die wir eine europaweite Verantwortung besitzen. Der Landschaftspflegeverband Nordwestmecklenburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Kreisverband Nordwestmecklenburg und Wismar e.V. verfolgt seit 2005 das Ziel, diesen Graben zurückzubauen und die hydrologischen Verhältnisse etwa aus der Zeit vor 1800 wieder herzustellen, um die Existenz der Lebensraumtypen mit ihrem einzigartigen Artenspektrum zu erhalten und zu entwickeln. Finanziert durch den Landschafspflegeverband (LPV) wurde im Jahr 2010 eine umfangreiche Vorplanung erarbeitet, um die Machbarkeit abzuprüfen und das Vorhaben des Rückbaus des Grabens planerisch vorbereiten. Im Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurde durch den LPV ein Antrag zur Förderung nach der Richtlinie zur nachhaltigen Entwicklung von Gewässern und Feuchtlebensräumen (FöRiGeF) gestellt und bewilligt. Dieses Förderprogramm wird anteilig aus EU- und Landesmitteln finanziert Die umfangreichen Bauarbeiten wurden im Jahr 2012 beendet. Das Gebiet entwickelt sich seitdem optimal. Zur Sicherstellung der Arbeiten wurden Teile der Meierstorfer Wiese durch den NABU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. käuflich erworben und sind heute Eigentum der Stiftung Naturerbe Nationales Naturerbe des NABU.